8 Aufnahmen · anklicken zum Vergrößern, im Bild noch einmal klicken für die Lupe. · mindat-Fotos
Turmalin
Mineral
Keine Mineralart, sondern eine ganze Gruppe — und der Stein mit den meisten Farben überhaupt.
- KristallsystemTrigonales Kristallsystem
- StrichfarbeWeiß
Was es ist
Turmalin ist ein Sammelname für eine Gruppe von Bor-Silicaten mit außerordentlich wandelbarer Zusammensetzung. Über dreißig anerkannte Glieder sind bekannt; die wichtigsten sind Schörl (schwarz, eisenreich), Dravit (braun, magnesiumreich) und Elbait (bunt, lithiumreich). Weil sich die Zusammensetzung während des Wachstums ändern kann, entstehen Kristalle, die längs oder in Zonen die Farbe wechseln — vom grünen Fuß zur roten Spitze oder als „Wassermelone" mit rotem Kern und grüner Rinde.
Turmalin ist pyroelektrisch und piezoelektrisch: Erwärmt oder gedrückt lädt er sich elektrisch auf. Niederländische Händler brachten die Steine im 18. Jahrhundert nach Europa, wo sie als „Aschenzieher" bekannt wurden, weil erwärmte Kristalle Asche und Staub anzogen. Diese Eigenschaft machte Turmalin später zum Material für Druckmessgeräte.
Die Kristalle sind meist lang säulig mit dreieckigem Querschnitt und deutlicher Längsriefung — ein Merkmal, an dem sich Turmalin auch ohne Gerät gut erkennen lässt. Wichtige Vorkommen liegen in Brasilien, Afghanistan, Mosambik, Nigeria und in Kalifornien.
Wie es entstand
Es bildet sich, wenn vorhandenes Gestein unter Druck und Hitze umgebaut wird, ohne zu schmelzen — die Bausteine ordnen sich neu.
Die Bildungsart ist aus dem Wikipedia-Artikel gelesen: Es zählt das Bildungsmilieu, das dort zuerst genannt wird. Viele Minerale entstehen auf mehreren Wegen; der Satz, aus dem dieser Wert stammt, ist als Beleg gespeichert.
Wozu es dient
- Schmuckstein; die Meisterschale der Fußball-Bundesliga trägt 21 davon (Schmuck)
- Polarisationsfilter und Druckmessung — der Kristall lädt sich bei Wärme und Druck elektrisch auf (Messtechnik)
Was ihm zugeschrieben wird
Überlieferung, keine Wirkung. Was hier steht, gibt wieder, was in Steinheilkunde, Farblehre und Astrologie über die Jahrhunderte zugeschrieben wurde. Für eine gesundheitliche Wirkung von Steinen gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis. Bei Beschwerden gehört der Weg zur Ärztin oder zum Arzt, nicht zum Stein.
Unter dem Namen Lingurium berichtet Plinius von einem Stein, der Stroh und Asche anzieht — beschrieben ist damit vermutlich die Pyroelektrizität des Turmalins, der sich beim Erwärmen elektrisch auflädt. Die Erzählungen darüber ziehen sich durch die Steinbücher bis ins Mittelalter.
- Geburtsstein im MonatOktober
- Überliefert seitPlinius der Ältere, um 77 n. Chr.
Woher diese Angaben kommen: der Monatsstein folgt der heute gebräuchlichen Liste des GIA (Stand 2019). Die Herleitung steht offen da, weil eine Ableitung keine Überlieferung ist — mehr dazu im Himmelsregister.
Die Farbe
Der Stein zeigt keine Leitfarbe, sondern ein Nebeneinander mehrerer. In der Farbenlehre ist das ein eigener Fall: Nicht ein Ton wirkt, sondern deren Zusammenspiel.
Sehen
Erst auf Klick. Die Filme liegen bei YouTube. Das Standbild liegt auf unserem Server — solange Sie nicht klicken, wird von dort nichts geladen und es gehen keine Daten dorthin. Ein Klick startet den Film. Damit gilt die Datenschutzerklärung von Google.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- geomaneo — eigene Zusammenstellung · eigenes Werk
- Wikipedia (englisch), Artikel »Birthstone« · CC BY-SA 4.0
In Wasser
Turmalin ist in Wasser praktisch unlöslich — hartes Ringsilikat. Er gibt nichts ab, und was nichts abgibt, verändert auch nichts. Was ins Wasser gehört und was nicht.
Im Laden
Turmalin · Trommelsteine, 200 g, 7–9 mm · 21,90 €
Der Artikel liegt in unserem eigenen Laden laden.geomaneo.de. Es ist ein Naturprodukt: Farbe, Form und Größe weichen von Stück zu Stück ab. Der Fundort dieses Stücks ist uns nicht bekannt — der Lieferant belegt ihn nicht, und was auf dieser Seite über Vorkommen steht, gilt für das Mineral, nicht für die verkaufte Ware.
Weiterlesen
- mindat-Fotoarchivtausende Aufnahmen, hochauflösend und mit Lupe
- mindat.orgdie größte offene Mineraliendatenbank - Daten, Fundorte, Fotos
- Mineralienatlasdeutschsprachiges Lexikon mit Fundstellenverzeichnis
- Webmineralkristallographische und physikalische Kennwerte
- Wikidatadie maschinenlesbaren Grunddaten
- Wikipediader Wikipedia-Artikel, aus dem unsere Messwerte stammen
- Wikimedia Commonsdie Bilder, mit Lizenz je Datei
Fremde Seiten, fremde Regeln: Wir verlinken sie, wir spiegeln sie nicht. Die Fotos bei mindat gehören ihren Fotografinnen und Fotografen - dort ansehen ja, hierher kopieren nein. Diese Verweise öffnen sich in einem eigenen Fenster daneben, damit diese Seite stehen bleibt.