Türkis
Mineral
Himmelblaues Kupferphosphat aus der Wüste — poröser, als sein Ruf vermuten lässt.
- Chemische FormelCuAl₆(PO₄)₄(OH)₈·4H₂O
- MineralklasseWasserhaltige Phosphate mit fremden Anionen
- KristallsystemTriklines Kristallsystem
- Härte (Mohs)5–6
- Dichte2,6–2,9 g/cm³
- FarbeTürkis
- Strichfarbegrünlichweiß
- GlanzWachsglanz, matt
- Transparenzdurchsichtig bis undurchsichtig
- Spaltbarkeitgut nach {010}, vollkommen nach {001}
- Bruchmuschelig, uneben
- Strunz-Systematik8.DD.15
Was es ist
Türkis ist ein wasserhaltiges Kupfer-Aluminium-Phosphat und entsteht nur unter engen Bedingungen: in trockenen Gebieten, wo saure, kupferhaltige Lösungen aluminiumreiches Gestein durchsetzen. Deshalb liegen die klassischen Vorkommen in Wüsten — auf der Sinai-Halbinsel, im Iran bei Nischapur, im Südwesten der USA.
Der Name führt über Umwege: Die ersten Steine kamen über die Türkei nach Europa, obwohl sie aus Persien stammten — pierre turquoise, türkischer Stein.
Türkis ist deutlich poröser als andere Schmucksteine. Er nimmt Fette, Kosmetika und Schweiß auf und verfärbt sich dadurch mit den Jahren ins Grünliche. Genau deshalb wird ein großer Teil der Ware stabilisiert: mit Kunstharz getränkt, gelegentlich zusätzlich gefärbt. Unbehandelter Türkis in guter Qualität ist selten und entsprechend teuer.
Die schwarzen oder braunen Adern, die viele Stücke durchziehen, sind Reste des Muttergesteins und werden je nach Markt als Makel oder als geschätzte Zeichnung gehandelt — der amerikanische Spiderweb-Türkis lebt davon.
Verwechslungsgefahr Gefärbter Howlith und Magnesit sind die häufigsten Imitate; sie sind weicher und zeigen die Färbung nur an der Oberfläche. Auch Chrysokoll wird als Türkis verkauft.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0