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Klangkunde

Die Silben sind tausend Jahre alt. Die Frequenzen sind es nicht.

Woher die Silben kommen

Im 11. Jahrhundert brachte Guido von Arezzo seinen Sängern bei, die Tonstufen zu behalten, indem er sie an einen Hymnus band: den Johannes-Hymnus Ut queant laxis, der Paulus Diaconus zugeschrieben wird. Jede Zeile setzt eine Stufe höher an, und die Anfangssilben ergeben die Tonleiter — ut · re · mi · fa · sol · la. Aus ut wurde später do, und aus den Anfangsbuchstaben von Sancte Iohannes die siebte Silbe. Das ist belegte Musikgeschichte und hat mit Heilkunde nichts zu tun.

Was daraus geworden ist

Belegt ist die Silbe, nicht die Frequenz. Die Tonsilben ut · re · mi · fa · sol · la stammen aus dem Johannes-Hymnus »Ut queant laxis«; Guido von Arezzo lehrte damit im 11. Jahrhundert seine Sänger. Die heute verbreitete Zuordnung dieser Silben zu den Frequenzen 174 bis 963 Hz ist dagegen ungeklärt: Weder die deutsche noch die englische Wikipedia führt dazu einen Artikel (nachgesehen am 20.08.2026), und eine belastbare Erstquelle liegt uns nicht vor. Ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis existiert nicht.

Wir führen die neun Frequenzen trotzdem auf — weil man ihnen überall begegnet und weil ein Wissensportal die Frage besser beantwortet als verschweigt. Was jede Zeile sagt, ist deshalb dreierlei: die Zahl, die belegte Silbe dahinter und ein hörbarer Ton. Was sie nicht sagt, ist, dass er etwas bewirkt.

Die Hörproben

Sie sind erzeugt, nicht aufgenommen: ein Grundton mit zwei Obertönen und langem Ausklang, damit er nach Schale klingt und nicht nach Messgerät. Jede Datei wurde nach dem Erzeugen nachgemessen — ein Ton, der 528 Hz heißt, trägt auch 528 Hz. Das ist die einzige Aussage, die wir über ihn treffen.

Die Brücke zum Radio

omaneo Radio sendet seine Musik in einer Fassung, die auf C = 528 Hz gestimmt ist — gleichbedeutend mit dem Kammerton A = 444 Hz statt der üblichen 440. Der Unterschied beträgt gut fünfzehn Hundertstel eines Halbtons; wer beide Fassungen nacheinander hört, merkt eher die Wärme als die Tonhöhe. Auch das ist eine Beschreibung, keine Wirkungsbehauptung.