Serpentin
Mineral
Eine Mineralgruppe aus umgewandeltem Erdmantelgestein — dieselbe Familie, aus der auch Asbest stammt.
- KristallsystemMonoklines Kristallsystem
- Härte (Mohs)3,25
Was es ist
Serpentin bezeichnet eine Gruppe von Magnesium-Schichtsilicaten, die entstehen, wenn olivinreiches Gestein aus dem Erdmantel mit Wasser reagiert. Dieser Vorgang, die Serpentinisierung, läuft vor allem am Meeresboden ab und verwandelt hartes, dichtes Peridotit in ein weiches, grünlich schimmerndes Gestein. Der Name spielt auf die schlangenhaut-artige Zeichnung an.
Die Gruppe hat drei Hauptglieder: Antigorit und Lizardit bilden blättrige oder dichte Massen, Chrysotil dagegen feine, biegsame Fasern — und genau dieser Chrysotil ist der Weißasbest, der jahrzehntelang verbaut wurde und dessen eingeatmete Fasern Asbestose und Krebs verursachen. Dichte Serpentinsteine für Schmuck und Deko sind unbedenklich; Vorsicht gilt bei faserigem Material, das trocken bearbeitet wird.
Als Werkstein ist Serpentin seit der Antike geschätzt, weil er weich genug zum Schnitzen und dennoch zäh ist. In Zöblitz im Erzgebirge wird seit dem 16. Jahrhundert Serpentinit gedreht und geschnitzt. Serpentinisierung setzt außerdem Wasserstoff frei und gilt als eine mögliche Energiequelle für frühes Leben an heißen Tiefseequellen.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0