Schwefel
Mineral
Ein Element als Mineral: schwefelgelb, spröde, riecht beim Reiben nach Streichholz.
- Chemische FormelS
- KristallsystemOrthorhombisches Kristallsystem
- Strunz-Systematik1.CC.05
Was es ist
Gediegener Schwefel gehört zu den wenigen Elementen, die in der Natur rein vorkommen. Er bildet leuchtend gelbe, durchscheinende Kristalle, ist mit Härte 2 sehr weich und außerordentlich wärmeempfindlich: Schon die Wärme der Hand kann einen Kristall durch Spannungen zum Springen bringen — Sammler fassen ihn deshalb nicht lange an.
Gebildet wird er an Vulkanen und Fumarolen, wo schwefelhaltige Gase an der Oberfläche abkühlen, sowie durch Bakterien in Salzstöcken. Die eindrucksvollsten Vorkommen liegen an Kraterrändern wie dem Ijen auf Java, wo Schwefel bis heute von Hand abgebaut wird — unter Bedingungen, die zu den härtesten der Rohstoffgewinnung zählen.
Wirtschaftlich stammt Schwefel heute allerdings kaum noch aus dem Bergbau: Er fällt in großen Mengen bei der Entschwefelung von Erdöl und Erdgas an. Der weitaus größte Teil geht in Schwefelsäure, die meistproduzierte Chemikalie der Welt und Grundstoff für Düngemittel, Batterien und ungezählte Synthesen. Dazu kommt die Vulkanisation von Kautschuk — ohne Schwefel gäbe es keinen elastischen Gummi und damit keine Autoreifen.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0