Magnetit
Mineral
Das stärkste natürliche Magnetmineral — Bakterien und Zugvögel nutzen es zur Orientierung.
- Chemische FormelFe²⁺Fe³⁺₂O₄
- MineralklasseOxide und Hydroxide
- KristallsystemKubisches Kristallsystem
- Härte (Mohs)6
- Dichte5,175 g/cm³
- Farbeschwarz, im Auflicht auch grau mit bräunlicher Tönung
- StrichfarbeSchwarz
- Glanzschwacher Metallglanz, matt
- Transparenzundurchsichtig, an dünnen Kanten schwach durchscheinend
- Spaltbarkeitundeutlich nach (111)
- Bruchmuschelig; spröde
- Strunz-Systematik4.BB.05
Was es ist
Magnetit ist ein Eisenoxid, in dem zwei- und dreiwertiges Eisen gemeinsam vorliegen. Es ist ferrimagnetisch und damit das einzige verbreitete Mineral, das von einem Magneten deutlich angezogen wird und selbst dauerhaft magnetisiert werden kann. Solche natürlich magnetisierten Stücke — Magneteisenstein oder Lodestone — waren der Werkstoff des ersten Kompasses.
Das Magnetfeld der Erde speichert Magnetit gleich mehrfach. Erstarrt Lava, richten sich die Magnetitkörner nach dem herrschenden Feld aus und frieren dessen Richtung ein. Aus solchen Aufzeichnungen im Basalt des Meeresbodens hat man in den 1960er Jahren die Plattentektonik nachgewiesen — der Ozeanboden trägt gestreifte Muster wechselnder Polung wie ein Barcode.
Auch Lebewesen nutzen ihn: Magnetotaktische Bakterien bauen Ketten winziger Magnetitkristalle, um sich im Erdfeld auszurichten; bei Zugvögeln und Lachsen wurde Magnetit ebenfalls nachgewiesen.
Wirtschaftlich ist Magnetit nach Hämatit das zweitwichtigste Eisenerz; wegen seines Magnetismus lässt er sich besonders einfach aufbereiten. In der Kohlewäsche dient fein gemahlener Magnetit als Schwertrübe zur Trennung nach Dichte.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0