Lapislazuli
Gestein
Ein Gestein, kein Mineral — und die Quelle des teuersten Blaus der Kunstgeschichte.
- Härte (Mohs)5,5
- FarbeBlau
Was es ist
Lapislazuli ist ein Gestein aus mehreren Bestandteilen: Hauptträger der Farbe ist Lasurit, dazu kommen weißer Calcit und die goldglänzenden Pyritflitter, die ein gutes Stück auszeichnen. Genau diese Zusammensetzung unterscheidet ihn vom einfarbigen Sodalith.
Seine Geschichte hängt an einem einzigen Ort: den Minen von Sar-e Sang im afghanischen Badachschan, die seit über sechstausend Jahren abgebaut werden. Von dort kam der Lapis für die Grabbeigaben Tutanchamuns, für mesopotamische Siegel und für das Ultramarin der Renaissance.
Die Herstellung dieses Pigments war aufwendig: Das Gestein musste gemahlen, mit Wachs und Harz geknetet und ausgelaugt werden, um das Blau von den grauen Beimengungen zu trennen. Ultramarin kostete deshalb mehr als Gold, und Verträge legten ausdrücklich fest, wie viel davon ein Maler für den Mantel der Madonna verwenden durfte. Erst 1826 gelang die synthetische Herstellung — der Preis fiel auf einen Bruchteil.
Gefärbter Jaspis und eingefärbter Howlith werden als Lapis verkauft; ein Tropfen Aceton auf einer unauffälligen Stelle entlarvt die Färbung.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0