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Disthen
Bild: Super DM · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Disthen

Mineral

Ein Mineral mit zwei Härten: längs ritzbar wie Stahl, quer hart wie Quarz.

  • Chemische FormelAl₂OSiO₄
  • MineralklasseSilikate und Germanate – Inselsilikate (Nesosilikate)
  • KristallsystemTriklines Kristallsystem
  • Härte (Mohs)4,5–7,5
  • Dichte3677,08 g/cm³
  • Farbefarblos, weiß, grau, hell- bis dunkelblau, blauviolett, bräunlich; selten grünlich, gelblich, rosa bis rötlich, schwarz
  • StrichfarbeWeiß
  • GlanzGlasglanz, Perlglanz, matt
  • Transparenzdurchsichtig bis durchscheinend
  • Spaltbarkeitvollkommen nach {100}; deutlich nach {010}, Absonderungen nach (001)
  • Bruchfaserig nach (001), gewellt nach (100)
  • Strunz-Systematik9.AF.15

Was es ist

Disthen, auch Kyanit genannt, ist ein Aluminium-Silicat mit einer Eigenheit, die ihm beide Namen eingetragen hat. Der griechische Name di-sthenos bedeutet „zweierlei Kraft": Längs zur Kristallachse hat der Stein eine Härte von etwa 4,5 und lässt sich mit einer Messerklinge ritzen, quer dazu erreicht er 6,5 bis 7 und widersteht ihr. Diese Richtungsabhängigkeit ist so ausgeprägt wie bei kaum einem anderen Mineral und macht die Bestimmung im Gelände einfach.

Typisch sind lange, flachstängelige, blaue Kristalle in Glimmerschiefer oder Gneis. Die blaue Farbe stammt von Eisen und Titan; es gibt auch grüne, graue und farblose Stücke.

Disthen bildet sich nur bei hohem Druck. Zusammen mit seinen chemisch identischen Verwandten Andalusit und Sillimanit, die dieselbe Formel bei anderer Struktur tragen, dient er der Geologie als Druck-Temperatur-Anzeiger: Welches der drei Minerale in einem Gestein steckt, verrät die Bedingungen seiner Umwandlung. Industriell wird Disthen zu feuerfesten Steinen für Öfen und Gießereien verarbeitet, weil er beim Brennen in Mullit übergeht und dabei leicht aufquillt — was Fugen schließt statt sie zu öffnen.

Verwechslungsgefahr Andalusit, Sillimanit

Woher es kommt

Quellen