geomaneo
Karneol
Bild: Quatrostein · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Karneol

Varietät · Varietät von Quarz

Rotoranger Chalcedon, seit der Antike der Stein für Siegelringe.

  • Chemische FormelSiO₂
  • MineralklasseOxide und Hydroxide
  • KristallsystemTrigonales Kristallsystem
  • Härte (Mohs)7
  • Dichte2,65 g/cm³
  • Farbeorangerot bis braunrot
  • StrichfarbeWeiß
  • GlanzGlasglanz auf Prismenflächen, Fettglanz auf Bruchflächen
  • Transparenzdurchscheinend
  • Spaltbarkeitkeine
  • BruchMuscheliger Bruch
  • Strunz-Systematik4.DA.05

Einige Angaben gelten für das Stammmineral Quarz — Karneol ist eine Varietät davon und teilt seine Kristallstruktur.

Was es ist

Karneol verdankt seine Farbe fein verteiltem Eisenoxid und reicht von blassem Orange bis zu tiefem Braunrot. Er ist durchscheinend, gleichmäßig gefärbt und ohne sichtbare Kristalle — eine Fläche, die sich hervorragend gravieren lässt.

Genau das machte ihn zum Stein der Antike. Ägypter, Griechen und Römer schnitten Siegel und Gemmen aus Karneol, weil warmes Siegelwachs an der polierten Fläche nicht haftet und das Bild sauber abformt. Aus römischen Werkstätten sind Zehntausende solcher Siegelsteine überliefert; viele der schönsten stammen aus dem heutigen Indien, wo bei Cambay seit Jahrtausenden Karneolgeröll gesammelt und verarbeitet wird.

Dort entstand auch ein Verfahren, das bis heute gebräuchlich ist: Man legt blassere, eisenhaltige Steine monatelang in die Sonne und erhitzt sie anschließend im Tontopf. Dabei oxidiert das Eisen weiter, und aus einem unscheinbar bräunlichen Stein wird ein leuchtend roter.

Verwechslungsgefahr Karneol und Sarder unterscheiden sich nur im Farbton — Sarder ist bräunlicher; eine scharfe Grenze gibt es nicht. Gefärbter Achat ist an Farbzonen entlang der Bänderung zu erkennen.

Quellen