Fluorit
Mineral
Namensgeber der Fluoreszenz — und das Mineral, das den Hochofen zum Fließen bringt.
- Chemische FormelCaF₂
- MineralklasseHalogenide
- KristallsystemKubisches Kristallsystem
- Härte (Mohs)4
- Dichte3089,83 g/cm³
- FarbePurpur · Lila · Grün · Blau · Rosa · Champagner (Farbe) · Farblosigkeit · Braun · Gold
- StrichfarbeWeiß
- GlanzGlasglanz
- Transparenzdurchsichtig bis undurchsichtig
- Spaltbarkeitvollkommen nach {111}
- Bruchmuschelig bis splittrig
- Strunz-Systematik3.AB.25
Was es ist
Fluorit ist Calciumfluorid und kristallisiert in Würfeln und Oktaedern von oft erstaunlicher Farbigkeit: violett, grün, blau, gelb, farblos, häufig in Zonen innerhalb eines Kristalls. Er spaltet vollkommen in vier Richtungen, weshalb sich aus Bruchstücken saubere Oktaeder herausarbeiten lassen.
Viele Fluorite leuchten unter ultraviolettem Licht — an dieser Eigenschaft wurde das Phänomen im 19. Jahrhundert erstmals untersucht und nach dem Mineral Fluoreszenz benannt. Der Name des Minerals selbst stammt vom lateinischen fluere, fließen: Als Flussmittel in der Verhüttung setzt Fluorit den Schmelzpunkt der Schlacke herab und macht sie dünnflüssig.
Das ist bis heute eine seiner Hauptanwendungen; daneben ist Fluorit der Rohstoff für Flusssäure und damit für die gesamte Fluorchemie, von Kältemitteln über Fluorpolymere bis zum Fluorid in der Zahnpasta.
Optisch ist Fluorit unersetzlich: Er hat eine sehr geringe Farbzerstreuung, weshalb hochwertige Objektive Linsen aus synthetisch gezüchtetem Fluorit enthalten. Der Blue John aus Derbyshire, ein blauviolett gebänderter Fluorit, wurde seit der Antike zu Vasen verarbeitet — römische Autoren beschreiben Trinkgefäße daraus.
Mit Härte 4 ist Fluorit für Ringe zu weich; als Sammlerstück gehört er zu den beliebtesten Mineralen überhaupt.
Woher es kommt
- Typlokalität Jáchymov
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0