geomaneo
Calcit
Bild: Géry PARENT · Public domain · Wikimedia Commons

Calcit

Mineral

Das Mineral der Kalksteine — und dasjenige, das ein Bild dahinter doppelt zeigt.

  • Chemische FormelCaCO₃
  • MineralklasseCarbonate und Nitrate (ehemals Nitrate, Carbonate und Borate)
  • KristallsystemTrigonales Kristallsystem
  • Härte (Mohs)3,04
  • Dichte2,72 g/cm³
  • Farbemeist farblos, milchig weiß, grau, gelb, rosa, rot, blau, grün, braun bis schwarz
  • StrichfarbeWeiß
  • GlanzGlasglanz, auch Perlmuttglanz
  • Transparenzdurchsichtig bis undurchsichtig
  • Spaltbarkeitsehr vollkommen nach (101)Spaltwinkel 75°
  • Bruchmuschelig, spröde
  • Strunz-Systematik5.AB.05

Was es ist

Calcit ist Calciumcarbonat und einer der verbreitetsten Gesteinsbildner überhaupt: Kalkstein, Marmor, Kreide und Tropfstein bestehen im Wesentlichen daraus. Er spaltet in glatte Rhomboeder — schlägt man ein Stück, zerfällt es in schiefe Würfel — und braust mit verdünnter Salzsäure auf, ein Nachweis, den jede Geologin im Gelände nutzt.

Seine bemerkenswerteste Eigenschaft ist die Doppelbrechung. Legt man einen klaren Calcitkristall auf eine Schrift, erscheint sie doppelt: Der Kristall spaltet jeden Lichtstrahl in zwei Strahlen unterschiedlicher Brechung. Solcher Doppelspat, klassisch aus Island, war Grundlage der Polarisationsoptik im 19. Jahrhundert. Es gibt Hinweise darauf, dass Wikinger ihn als „Sonnenstein" zur Navigation bei bedecktem Himmel benutzten.

Biologisch ist Calcit von enormer Bedeutung: Muscheln, Schnecken, Korallen und Kalkalgen bauen ihre Schalen daraus. Ganze Gebirge bestehen aus solchen Ablagerungen. Weil Calcit sich in kohlensäurehaltigem Wasser löst, entstehen daraus Höhlen, Dolinen und schließlich wieder Tropfsteine.

Wirtschaftlich ist Kalkstein einer der meistgeförderten Rohstoffe: Zement, Branntkalk, Baustein, Düngemittel, Papierfüllstoff, Rauchgasentschwefelung.

Verwechslungsgefahr Aragonit, Dolomit

Quellen