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Bernstein
Bild: uploaded with permission from User Lanzi by Ra'ike on de.wikipedia · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Bernstein

organischen Ursprungs

Kein Mineral, sondern fossiles Baumharz — und das einzige „Gestein", das brennt und schwimmt.

  • Chemische FormelC₁₂H₂₀O
  • MineralklasseOrganische Verbindungen – diverse organische Mineralien
  • Kristallsystemamorph
  • Härte (Mohs)2,3
  • Dichte1,05–1,096 g/cm³
  • Farbehoniggelb, gelbweiß, orange, rot, grünlich, braun, schwarz, selten blass
  • Strichfarbeweiß
  • GlanzFettglanz, matt
  • Transparenzdurchsichtig, durchscheinend, undurchsichtig
  • Spaltbarkeitkeine
  • Bruchmuschelig, spröde
  • Strunz-Systematik10.C

Was es ist

Bernstein ist ausgehärtetes Harz von Nadelbäumen, das über Jahrmillionen polymerisiert ist. Der baltische Bernstein, mit etwa 40 Millionen Jahren der bekannteste, stammt aus ausgedehnten Wäldern im heutigen Skandinavien; Flüsse trugen das Harz in ein Meeresbecken, wo es sich in der „Blauen Erde" ablagerte.

Er ist so leicht, dass er in gesättigter Salzlösung schwimmt — der einfachste Test gegen Imitate aus Kunststoff. Angeriebener Bernstein lädt sich elektrisch auf und zieht Papierschnipsel an; die Griechen nannten ihn elektron, woraus unser Wort Elektrizität wurde.

Seinen wissenschaftlichen Wert verdankt er den Einschlüssen. Insekten, Spinnen, Federn und Pflanzenteile sind darin dreidimensional und mit mikroskopischen Details erhalten, wie es kein anderes Fossil bietet — eine Momentaufnahme ganzer Lebensgemeinschaften. DNA bleibt darin allerdings nicht erhalten; entsprechende Berichte aus den 1990er Jahren ließen sich nicht bestätigen.

Einschlüsse werden gefälscht, indem man Insekten in Kunstharz gießt oder in geschmolzenen Bernstein einbettet. Auch Pressbernstein aus verschmolzenen Kleinstücken ist verbreitet.

Verwechslungsgefahr Kopal ist junges, nicht vollständig polymerisiertes Harz: Er wird von einem Tropfen Alkohol klebrig, Bernstein nicht.

Quellen