Bergkristall
Varietät · Varietät von Quarz
Wasserklarer Quarz, so rein, dass die Antike ihn für dauerhaft gefrorenes Eis hielt.
- Chemische FormelSiO₂
- MineralklasseOxide und Hydroxide
- KristallsystemTrigonales Kristallsystem
- Härte (Mohs)7
- Dichte50000,9 g/cm³
- Farbefarblos
- StrichfarbeSchwarz
- GlanzGlasglanz auf Prismenflächen, Fettglanz auf Bruchflächen
- Transparenzdurchsichtig
- Spaltbarkeitkeine
- BruchMuscheliger Bruch
- Strunz-Systematik4.DA.05
Was es ist
Bergkristall ist Quarz ohne Beimengungen: farblos, durchsichtig, mit glasglänzenden Flächen und der typischen sechsseitigen Spitze. Der Name führt genau dorthin, wo man ihn lange fand — in Klüfte alpiner Gebirge, wo heiße, kieselsäurereiche Lösungen über Jahrtausende Kristalle wachsen ließen. Manche dieser Kluftfunde sind meterhoch und wiegen Tonnen.
Die griechische Bezeichnung krýstallos meinte ursprünglich Eis. Dass der Stein sich in der Hand kühl anfühlt und selbst im Sommer kühl bleibt, hat die Vorstellung genährt, hier liege Eis vor, das durch anhaltende Kälte unschmelzbar geworden sei. Die Kühle hat einen nüchternen Grund: Quarz leitet Wärme besser als Glas und entzieht der Haut Wärme schneller, als sie nachströmt.
Wirtschaftlich zählt weniger der Schmuckwert als die optische Güte. Klare Quarze wurden zu Linsen, Prismen und Küvetten verarbeitet, weil sie ultraviolettes Licht durchlassen, das gewöhnliches Glas verschluckt. Für die Industrie stellt man Quarzkristalle heute allerdings hydrothermal her — gewachsene Kristalle sind zu selten, zu teuer und zu unregelmäßig.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- geomaneo — eigene Zusammenstellung · eigenes Werk