Baryt
Mineral
Auffallend schwer für ein helles Mineral — deshalb steckt er in jeder Bohrspülung.
- Chemische FormelBaSO₄
- MineralklasseSulfate (einschließlich Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)
- KristallsystemOrthorhombisches Kristallsystem
- Härte (Mohs)3–3,5
- Dichte4423,71 g/cm³
- Farbefarblos, weiß, grau, gelblich, bräunlich, rötlich, grünlich, bläulich
- StrichfarbeWeiß
- GlanzGlasglanz, Harzglanz
- Transparenzmeist durchscheinend bis undurchsichtig, selten durchsichtig
- Spaltbarkeitsehr vollkommen nach {001}, vollkommen nach {210}, unvollkommen nach {010}
- Bruchuneben; spröde
- Strunz-Systematik7.AD.37
Was es ist
Baryt ist Bariumsulfat und fällt sofort durch sein Gewicht auf: Mit einer Dichte von etwa 4,5 wiegt er anderthalbmal so viel wie Quarz, obwohl er hell und unmetallisch aussieht. Der Name sagt es — griechisch barys, schwer. Wer ein Handstück aufnimmt, erkennt ihn allein daran.
Genau diese Dichte macht ihn zum wichtigsten Industriemineral seiner Klasse: Der weitaus größte Teil der Weltförderung geht als Beschwerungsmittel in Bohrspülungen der Öl- und Gasindustrie. Die schwere Spülung hält den Druck im Bohrloch und verhindert unkontrolliertes Ausbrechen.
Weil Barium Röntgenstrahlen stark absorbiert, dient Baryt außerdem als Zuschlag für Strahlenschutzbeton und -putz und, als hochreines Bariumsulfat, als Kontrastmittel in der Medizin. Anders als lösliche Bariumverbindungen, die giftig sind, ist Bariumsulfat praktisch unlöslich und deshalb unbedenklich.
Baryt bildet tafelige Kristalle, oft in Rosettenform — die „Wüstenrose" aus Sandwüsten besteht aus solchen Barytrosetten mit eingeschlossenen Sandkörnern. Er tritt als Gangart in hydrothermalen Erzgängen auf, etwa im Schwarzwald und im Harz.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0