Azurit
Mineral
Tiefblaues Kupfermineral, das mit der Zeit grün wird — auf alten Gemälden ist der Himmel deshalb verfärbt.
- Chemische FormelCu₃(CO₃)₂(OH)₂
- MineralklasseCarbonate und Nitrate (ehemals Nitrate, Carbonate und Borate)
- KristallsystemMonoklines Kristallsystem
- Härte (Mohs)3,75
- Dichte3,75 g/cm³
- Farbetiefblau (Azurblau, Berliner Blau)
- StrichfarbeHellblau
- GlanzGlas- bis schwacher Diamantglanz
- Transparenzdurchsichtig bis durchscheinend
- Spaltbarkeitvollkommen, aber unterbrochen nach {011}; deutlich nach {100}; undeutlich nach {110}
- Bruchmuschelig; spröde
- Strunz-Systematik5.BA.05
Was es ist
Azurit ist wie Malachit ein basisches Kupfercarbonat, nur mit anderem Verhältnis von Carbonat zu Hydroxid — und dadurch tiefblau statt grün. Beide entstehen nebeneinander in der Oxidationszone von Kupferlagerstätten, oft im selben Stück.
Azurit ist die unbeständigere der beiden Formen: Bei Aufnahme von Wasser wandelt er sich langsam in Malachit um. Auf Gemälden alter Meister lässt sich das nachvollziehen — Himmel und Gewänder, die einst leuchtend blau waren, wirken heute grünlich, weil das Pigment sich verändert hat. Vor der Einführung des Ultramarins aus Lapislazuli und später des synthetischen Preußischblau war Azurit das wichtigste blaue Malmittel Europas.
Gut ausgebildete Kristalle sind tiefblau bis fast schwarz und begehrte Sammlerstücke; die klassischen Fundstellen liegen in Chessy bei Lyon, in Marokko, Namibia und Arizona.
Zum Aufbewahren gilt: dunkel, trocken, nicht in feuchter Vitrine. Auch Azurit sollte wegen des Kupfergehalts nass bearbeitet werden.
Verwechslungsgefahr Dumortierit, Malachit, Lapislazuli
Woher es kommt
- Typlokalität Chessy
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0