Aragonit
Mineral
Chemisch dasselbe wie Calcit, anders gebaut — und der Stoff, aus dem Perlen und Perlmutt bestehen.
- Chemische FormelCaCO₃
- MineralklasseCarbonate und Nitrate
- KristallsystemOrthorhombisches Kristallsystem
- Härte (Mohs)3,75
- Dichte2,93 g/cm³
- FarbeFarblosigkeit · Gelb · Blau · Rosa
- StrichfarbeWeiß
- GlanzGlasglanz, Fettglanz auf Spalt- und Bruchflächen
- Transparenzdurchsichtig bis undurchsichtig
- Spaltbarkeitunvollkommen nach {110} und {011}, undeutlich nach {010}
- Bruchmuschelig; spröde
- Strunz-Systematik5.AB.15
Was es ist
Aragonit ist Calciumcarbonat mit derselben Formel wie Calcit, aber anderer Kristallstruktur — ein Lehrbuchbeispiel für Polymorphie. Er ist dichter und etwas härter, dafür bei Normalbedingungen nicht stabil: Über geologische Zeiträume wandelt sich Aragonit in Calcit um, weshalb alte Kalksteine kaum noch welchen enthalten.
Seine biologische Rolle ist umso größer. Perlmutt und Perlen bestehen aus Aragonitplättchen, die von organischen Häutchen zusammengehalten werden — eine Bauweise, die dem spröden Mineral eine erstaunliche Bruchfestigkeit gibt und Materialforscher bis heute beschäftigt. Auch Korallen bauen ihre Skelette aus Aragonit, was sie besonders empfindlich gegen die Versauerung der Meere macht: Sinkt der pH-Wert, löst sich Aragonit früher auf als Calcit.
Geologisch bildet Aragonit Sinter in heißen Quellen, Erbsensteine in Karsthöhlen und die verzweigten Eisenblüten, die aus Bergwerken der Steiermark bekannt sind. Der Name stammt von der spanischen Region Aragón, wo er zuerst beschrieben wurde.
Verwechslungsgefahr Aragonit und Calcit unterscheiden sich am Bruch: Calcit spaltet in Rhomboeder, Aragonit bildet nadelige, oft strahlige Aggregate ohne diese Spaltform.
Woher es kommt
- Typlokalität Mexiko
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0