Tigerauge
Varietät · Varietät von Quarz
Verkieselte Asbestfasern: Der Seidenglanz kommt von Fasern, die längst durch Quarz ersetzt sind.
- Chemische FormelSiO₂
- MineralklasseOxide und Hydroxide
- KristallsystemTrigonales Kristallsystem
- Härte (Mohs)7
- Dichte2,65 g/cm³
- Farbegoldbraun mit Seidenglanz (blau als Falkenauge, rot als Stierauge)
- StrichfarbeSchwarz
- GlanzGlasglanz auf Prismenflächen, Fettglanz auf Bruchflächen
- Transparenzundurchsichtig
- Spaltbarkeitkeine
- BruchMuscheliger Bruch
- Strunz-Systematik4.DA.05
Einige Angaben gelten für das Stammmineral Quarz — Tigerauge ist eine Varietät davon und teilt seine Kristallstruktur.
Was es ist
Tigerauge entsteht in zwei Schritten. Zuerst wächst ein faseriges Mineral der Amphibolgruppe, meist Krokydolith, in feinen parallelen Nadeln. Dann dringt kieselsäurehaltige Lösung ein und ersetzt diese Fasern Molekül für Molekül durch Quarz — die Form bleibt erhalten, der Stoff wird ausgetauscht. Das Ergebnis ist ein Stein, in dem Millionen paralleler Faserröhren das Licht bündeln.
Rund geschliffen zeigt sich dadurch ein wandernder Lichtstreifen, der wie eine Katzenpupille über die Fläche gleitet. Die goldbraune Farbe stammt von Eisen, das bei der Verkieselung oxidierte; blieb es unverändert, entsteht das blaugraue Falkenauge, und ein Brennen bei niedriger Temperatur ergibt das rote Stierauge.
Die bedeutendsten Vorkommen liegen in der südafrikanischen Provinz Nordkap, wo Tigerauge in bandartigen Lagen in Eisensteinformationen sitzt und im Tagebau gewonnen wird. Da es sich um vollständig verkieseltes Material handelt, geht von fertigem Tigerauge keine Faserfreisetzung aus; beim Sägen und Schleifen wird dennoch nass gearbeitet.
Quellen
- geomaneo — eigene Zusammenstellung · eigenes Werk
- Wikidata · CC0 1.0