Opal
Mineral
Kein Kristall, sondern gestapelte Kieselgelkügelchen — das Farbenspiel ist Beugung an ihrer Ordnung.
- Chemische FormelSiO₂·nH₂O
- MineralklasseOxide und Hydroxide
- Kristallsystemamorphes Material
- Härte (Mohs)5,5–6,5
- Dichte2–2,2 g/cm³
- Farbehöchst vielfältig, farblos oder milchig, grau, braun, rot, gelb
- StrichfarbeWeiß
- GlanzFettglanz
- Transparenzdurchscheinend bis undurchsichtig
- Spaltbarkeitkeine
- Bruchmuschelig, uneben, splittrig
- Strunz-Systematik4.DA.10
Was es ist
Opal ist wasserhaltiges Siliciumdioxid ohne Kristallgitter — ein Mineraloid. Er besteht aus winzigen Kieselsäurekügelchen von wenigen hundert Nanometern Durchmesser. Liegen diese Kügelchen ungeordnet, entsteht gewöhnlicher Opal, milchig und ohne Effekt. Sind sie dagegen gleich groß und regelmäßig gestapelt wie Orangen im Karton, beugen sie das Licht: Es entsteht das Farbenspiel, das den Edelopal ausmacht. Die Größe der Kügelchen bestimmt dabei die Farbe — kleine erzeugen Blau und Violett, große auch Rot.
Opal enthält bis zu zwanzig Prozent Wasser. Trocknet er zu schnell aus, reißt er; besonders äthiopischer Opal nimmt Feuchtigkeit auch wieder auf und wird dabei vorübergehend durchsichtig. Deshalb gehört Opal nicht in Ultraschallbäder, nicht in die Sonne und nicht in trockene Tresore.
Australien lieferte über ein Jahrhundert den größten Teil der Weltproduktion, vor allem aus Coober Pedy und Lightning Ridge, wo Opal in verwitterten Sedimenten sitzt und ganze Fossilien ersetzt hat. Seit den 1990er Jahren kommt bedeutende Ware aus Äthiopien.
Gewöhnlicher Opal ist überdies technisch bedeutsam: Kieselgur, das Ablagerungsgestein aus opalinen Kieselalgenschalen, dient als Filtermaterial, Schleifmittel und war der Träger, der Nitroglycerin zum handhabbaren Dynamit machte.
Quellen
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0
- Wikidata · CC0 1.0