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Obsidian
Bild: Krassotkin · CC0 · Wikimedia Commons

Obsidian

Gestein

Vulkanisches Glas ohne Kristalle — und die schärfste Schneide, die die Natur hervorbringt.

  • Härte (Mohs)5,5
  • FarbeSchwarz · Braun · Rot
  • BruchMuscheliger Bruch

Was es ist

Obsidian entsteht, wenn kieselsäurereiche Lava so schnell erstarrt, dass sich keine Kristalle bilden können. Das Ergebnis ist ein echtes Glas — kein Mineral, denn ihm fehlt das Kristallgitter. Er bricht muschelig in gekrümmten Flächen mit hauchdünnen, rasiermesserscharfen Kanten.

Diese Schärfe machte ihn zum wichtigsten Werkstoff der Steinzeit für Klingen und Pfeilspitzen. Eine frisch geschlagene Obsidianschneide ist nur wenige Nanometer dick und damit schärfer als jede Stahlklinge; in der Augen- und Feinchirurgie werden Obsidianskalpelle vereinzelt bis heute eingesetzt, weil sie besonders glatte Schnittkanten hinterlassen.

Für die Archäologie ist er ein Glücksfall: Jedes Vorkommen hat eine eigene chemische Signatur, sodass sich Fundstücke ihrer Quelle zuordnen lassen. So wurden prähistorische Handelswege über hunderte Kilometer rekonstruiert.

Obsidian ist geologisch kurzlebig: Über Jahrmillionen nimmt er Wasser auf und entglast zu feinkörnigem Gestein. Deshalb ist praktisch aller bekannte Obsidian jünger als etwa zwanzig Millionen Jahre. Varietäten wie Schneeflocken-Obsidian mit weißen Cristobalit-Rosetten oder Regenbogen-Obsidian mit schillernden Bändern sind gefragte Schmucksteine.

Quellen