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Muskovit
Bild: Battistini Riccardo · CC0 · Wikimedia Commons

Muskovit

Mineral

Heller Glimmer, in hauchdünne Blätter spaltbar — er ersetzte in Russland jahrhundertelang das Fensterglas.

  • Chemische FormelKAl₂(Si₃Al)O₁₀(OH)₂
  • MineralklasseSilikate und Germanate – Schichtsilikate (Phyllosilikate)
  • KristallsystemMonoklines Kristallsystem
  • Härte (Mohs)1–2,5
  • Dichte2,77–2,88 g/cm³
  • Farbefarblos, gelblich, bräunlich, selten rötlich, grünlich
  • StrichfarbeWeiß
  • GlanzGlasglanz, Perlmuttglanz, matt
  • Transparenztransparent bis durchscheinend
  • Spaltbarkeitsehr vollkommen nach {001}
  • Bruchuneben
  • Strunz-Systematik9.EC.10

Was es ist

Muskovit ist ein Kalium-Aluminium-Schichtsilicat und der häufigste helle Glimmer. Seine Kristallstruktur besteht aus Schichtpaketen, die nur schwach zusammenhalten — deshalb lässt er sich in durchsichtige Blätter von wenigen Hundertstelmillimetern spalten, biegsam und elastisch.

Genau das machte ihn nutzbar, lange bevor Fensterglas erschwinglich war: In Russland wurden große Muskovitplatten als Fensterscheiben verbaut, woher der Name kommt — Muscovy glass, Glas aus Moskau. Auch Ofentüren und Laternen bekamen Glimmerscheiben, weil das Material hitzebeständig ist und nicht springt.

Heute liegt die technische Bedeutung in der Elektrotechnik: Muskovit ist ein hervorragender Isolator, hält hohe Spannungen und Temperaturen aus und wird zu Kondensatoren, Heizelementträgern und Isolierscheiben verarbeitet. Fein gemahlen dient er als Füllstoff in Farben, Kunststoffen und Kosmetik, wo er für den perlmuttartigen Schimmer sorgt.

Muskovit ist Bestandteil von Graniten, Pegmatiten und Glimmerschiefern; im Pegmatit erreichen einzelne Blätter Durchmesser von mehreren Metern.

Verwechslungsgefahr Lepidolith, Paragonit, Talk

Woher es kommt

Quellen