Gips
Mineral
Härte 2 auf der Mohsskala — und der Stoff, der jeden Bau und jeden gebrochenen Arm zusammenhält.
- Chemische FormelCaSO₄·2H₂O
- MineralklasseSulfate (Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate)
- KristallsystemMonoklines Kristallsystem
- Härte (Mohs)2
- Dichte2,32 g/cm³
- Farbefarblos, weiß, gelblich, rötlich, grau, braun
- StrichfarbeWeiß
- GlanzGlasglanz, Perlmutterglanz, Seidenglanz
- Transparenzdurchsichtig bis undurchsichtig
- Spaltbarkeitsehr vollkommen nach {010}, deutlich mit Faserbildung nach {111}
- Bruchmuschelig
- Strunz-Systematik7.CD.40
Was es ist
Gips ist Calciumsulfat mit zwei eingebauten Wassermolekülen. Erhitzt man ihn auf etwa 130 Grad, gibt er anderthalb davon ab und wird zum Halbhydrat — dem Stuckgips, der mit Wasser angerührt wieder abbindet und dabei kristallisiert. Dieser umkehrbare Vorgang ist die Grundlage der gesamten Gipsverarbeitung: Bauplatten, Putz, Stuck, Formen für Keramik, Abdrücke in der Zahnmedizin und der Gipsverband.
Als Mineral bildet er große, klare Kristalle — der Marienglas genannte Selenit spaltet in dünne, durchsichtige Blätter, die früher als Fensterersatz und für Reliquiare dienten. Die spektakulärsten Kristalle der Welt stehen in der Cueva de los Cristales in Naica, Mexiko: bis zu zwölf Meter lange Balken, gewachsen in einer über Jahrhunderttausende gleichmäßig fast 60 Grad warmen, wassergefüllten Kammer.
Geologisch entsteht Gips durch Verdunstung von Meerwasser; mächtige Lagen zeugen von ausgetrockneten Meeresbecken. Weil Gips wasserlöslich ist, bildet er Karst mit Dolinen und Erdfällen — und ist als Baugrund heikel.
Ein erheblicher Teil des heute verbauten Gipses fällt als Nebenprodukt der Rauchgasentschwefelung in Kohlekraftwerken an. Mit deren Abschaltung wird Naturgips wieder wichtiger.
Quellen
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0
- Wikidata · CC0 1.0