Chrysokoll
Mineral
Türkisgrünes Kupfermineral ohne feste Zusammensetzung — mehr Gel als Kristall.
- Chemische FormelCu₂₋ₓAlₓ(H₂₋ₓSi₂O₅)(OH)₄ · nH₂O
- MineralklasseSilikate und Germanate – Schichtsilikate (Phyllosilikate)
- KristallsystemOrthorhombisches Kristallsystem
- Härte (Mohs)2–4
- Dichte1,93–2,4 g/cm³
- Farbeblau und grün in verschiedenen Zusammensetzungen und Farbtönen
- Strichfarbeweiß
- GlanzGlasglanz, Fettglanz, erdig matt
- Transparenzdurchscheinend bis undurchsichtig
- Spaltbarkeitkeine
- Bruchmuschelig
- Strunz-Systematik9.ED.20
Was es ist
Chrysokoll ist ein wasserhaltiges Kupfersilicat und ein Sonderfall unter den Mineralen: Es bildet kaum je Kristalle, sondern erstarrt als traubige, glasig-gelartige Kruste. Seine Zusammensetzung schwankt so stark, dass die Internationale Mineralogische Vereinigung lange gezögert hat, es überhaupt als eigenständige Art zu führen.
Die Farbe ist ein leuchtendes Türkis bis Blaugrün, das seinen Namen erklärt: chrysos kolla, Goldleim — die Griechen benutzten kupferhaltige Minerale als Flussmittel beim Goldlöten.
Für sich genommen ist Chrysokoll mit einer Härte von 2 bis 4 zu weich für Schmuck. Verwertbar wird er dort, wo Kieselsäure ihn durchdrungen und verhärtet hat: Solches Material, im Handel als Chrysokoll-Chalcedon oder Gem Silica geführt, erreicht Quarzhärte und gehört zu den teuersten blaugrünen Schmucksteinen überhaupt.
Chrysokoll ist ein Verwitterungsmineral der Oxidationszone von Kupferlagerstätten und ein guter Anzeiger für Kupfererz darunter. Bedeutende Fundstellen liegen in Arizona, Peru, Chile und im Kongo.
Verwechslungsgefahr Chrysokoll wird häufig als Türkis verkauft. Türkis ist deutlich härter; Chrysokoll lässt sich mit einer Messerspitze ritzen und klebt an der feuchten Lippe.
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0