Anhydrit
Mineral
Gips ohne Wasser — nimmt er welches auf, quillt er um sechzig Prozent und sprengt Tunnel.
- Chemische FormelCaSO₄
- MineralklasseSulfate (und Verwandte)
- KristallsystemOrthorhombisches Kristallsystem
- Härte (Mohs)3,5
- Dichte2978,72 g/cm³
- Farbefarblos bis weiß; seltener hellblau, hellviolett bis rosa, rötlich, hellbraun, grau
- StrichfarbeWeiß
- GlanzGlasglanz, Perlmuttglanz, Fettglanz
- Transparenzdurchsichtig bis durchscheinend
- Spaltbarkeitvollkommen nach {010}, fast vollkommen nach {100}, gut nach {001}
- Bruchuneben bis splitterig; spröde
- Strunz-Systematik7.AD.30
Was es ist
Anhydrit ist wasserfreies Calciumsulfat, chemisch der trockene Zwilling des Gipses. Der Name sagt genau das: ohne Wasser. Beide entstehen durch Verdunstung von Meerwasser, Anhydrit bei höheren Temperaturen und in größerer Tiefe.
Seine bautechnische Bedeutung liegt in einer unangenehmen Eigenschaft: Kommt Anhydrit mit Wasser in Berührung, wandelt er sich in Gips um und nimmt dabei um bis zu sechzig Prozent an Volumen zu. Im Tunnelbau hat das ganze Bauwerke zerstört — die Sohlen mehrerer Alpen- und Schwarzwaldtunnel wurden über Jahre um Zentimeter angehoben. Auch Bohrungen für Erdwärme haben in Baden-Württemberg Anhydritschichten angeschnitten und ganze Ortskerne durch Hebung beschädigt.
Als Mineral bildet Anhydrit rechtwinklig spaltende, weiße bis blaugraue Massen; die blaue Varietät wird als Angelit zu Schmuck verarbeitet. Technisch dient er als Zement-Zusatz und als Rohstoff für Anhydrit-Fließestrich, der weniger schwindet als Zementestrich.
Woher es kommt
- Typlokalität Hall in Tirol
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0