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Anhydrit
Bild: Didier Descouens · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Anhydrit

Mineral

Gips ohne Wasser — nimmt er welches auf, quillt er um sechzig Prozent und sprengt Tunnel.

  • Chemische FormelCaSO₄
  • MineralklasseSulfate (und Verwandte)
  • KristallsystemOrthorhombisches Kristallsystem
  • Härte (Mohs)3,5
  • Dichte2978,72 g/cm³
  • Farbefarblos bis weiß; seltener hellblau, hellviolett bis rosa, rötlich, hellbraun, grau
  • StrichfarbeWeiß
  • GlanzGlasglanz, Perlmuttglanz, Fettglanz
  • Transparenzdurchsichtig bis durchscheinend
  • Spaltbarkeitvollkommen nach {010}, fast vollkommen nach {100}, gut nach {001}
  • Bruchuneben bis splitterig; spröde
  • Strunz-Systematik7.AD.30

Was es ist

Anhydrit ist wasserfreies Calciumsulfat, chemisch der trockene Zwilling des Gipses. Der Name sagt genau das: ohne Wasser. Beide entstehen durch Verdunstung von Meerwasser, Anhydrit bei höheren Temperaturen und in größerer Tiefe.

Seine bautechnische Bedeutung liegt in einer unangenehmen Eigenschaft: Kommt Anhydrit mit Wasser in Berührung, wandelt er sich in Gips um und nimmt dabei um bis zu sechzig Prozent an Volumen zu. Im Tunnelbau hat das ganze Bauwerke zerstört — die Sohlen mehrerer Alpen- und Schwarzwaldtunnel wurden über Jahre um Zentimeter angehoben. Auch Bohrungen für Erdwärme haben in Baden-Württemberg Anhydritschichten angeschnitten und ganze Ortskerne durch Hebung beschädigt.

Als Mineral bildet Anhydrit rechtwinklig spaltende, weiße bis blaugraue Massen; die blaue Varietät wird als Angelit zu Schmuck verarbeitet. Technisch dient er als Zement-Zusatz und als Rohstoff für Anhydrit-Fließestrich, der weniger schwindet als Zementestrich.

Woher es kommt

Quellen