Zirkon
Mineral
Die älteste bekannte Substanz der Erde — einzelne Körner sind 4,4 Milliarden Jahre alt.
- Chemische FormelZrSiO₄
- MineralklasseSilikate und Germanate – Inselsilikate (Nesosilikate)
- KristallsystemTetragonales Kristallsystem
- Härte (Mohs)7,5
- Dichte4,65 g/cm³
- Farbegewöhnlich braun und braunrot, seltener gelb, grün, blau und farblos
- StrichfarbeWeiß
- GlanzGlas- bis Diamantglanz, auf Bruchflächen Fettglanz; Fettglanz, wenn metamikt
- Transparenzdurchsichtig bis undurchsichtig (opak)
- Spaltbarkeitsehr unvollkommen nach {100}
- Bruchmuschelig; spröde
- Strunz-Systematik9.AD.30
Was es ist
Zirkon ist ein Zirconium-Silicat, das in kurzen, quadratischen Säulen mit pyramidaler Spitze kristallisiert. Als Schmuckstein fällt er durch hohe Lichtbrechung und starkes Farbenspiel auf; farblose Steine wurden vor dem Aufkommen synthetischer Alternativen als Diamantersatz geschliffen.
Seine eigentliche Bedeutung liegt in der Wissenschaft. Zirkon baut beim Wachsen Uran in sein Gitter ein, Blei jedoch nicht — jedes Blei, das man später darin findet, stammt also aus dem Zerfall des Urans. Damit ist der Kristall eine eingebaute Uhr. Weil er zudem extrem widerstandsfähig ist und Verwitterung, Transport und selbst Gebirgsbildung übersteht, überdauern Zirkonkörner ihre Muttergesteine. Die ältesten bekannten Körner aus den Jack Hills in Westaustralien sind rund 4,4 Milliarden Jahre alt und der einzige direkte Zeuge der frühesten Erde.
Das eingebaute Uran hat eine Nebenwirkung: Über geologische Zeiträume zerstört die Strahlung das Kristallgitter von innen. Solche metamikten Zirkone werden trüb, grünlich und weich. Erhitzen stellt die Ordnung teilweise wieder her — ein Verfahren, das auch zur Farbveränderung genutzt wird.
Technisch ist Zirkon das wichtigste Zirconiumerz; das Metall dient in Kernreaktoren als Hüllmaterial für Brennstäbe, weil es Neutronen kaum einfängt.
Verwechslungsgefahr Zirkon wird häufig mit Zirkonia verwechselt. Zirkonia ist ein künstlich hergestelltes Zirconiumoxid und hat mit dem natürlichen Mineral weder Zusammensetzung noch Struktur gemeinsam.
Woher es kommt
- Typlokalität Arendal
Quellen
- Wikidata · CC0 1.0
- Wikipedia (deutschsprachig), Infobox Mineral · CC BY-SA 4.0